Videos von „Forst erklärt“: Wissenschaft trifft praxisnahe Waldkommunikation

Wie kann man über Wälder so kommunizieren, dass es wirklich ankommt? Genau darum geht es in unserem Forschungsprojekt OPTKOM: Wir untersuchen, welche Kommunikationsstrategien für unterschiedliche gesellschaftliche Zielgruppen wirksam sind – und entwickeln darauf aufbauend praxisnahe Empfehlungen.

Ein besonders spannender Teil unseres Projekts ist die Kooperation mit den Medien- und Forstexpert*innen von „Forst erklärt“. Gemeinsam haben wir vier Videos geplant, die nicht nur wissenschaftlich fundiert sind, sondern auch unterhaltsam zeigen, wie man Themen rund um Wald und Forstwirtschaft zugänglich und interessant machen kann. Die Ideen wurden von Forst erklärt umgesetzt und die fertigen Videos sind auf dem Forst erklärt-Youtube-Kanal zu finden.

Mit den Videos möchten wir speziell die Zielgruppe „Performer“ erreichen. Die „Performer“ sind eines der zehn deutschen Sinus Milieus. Mehr Informationen über dieses Milieu gibt es hier.

Hier eine Übersicht der Videos:


1. Lohnt sich das Investieren in Wald? – Forst erklärt

Nachhaltigkeit trifft Investment: In diesem Video wird erklärt, wie man in Wald investieren kann, worauf man achten sollte und welche Risiken es gibt. Prof. Dr. Carola Paul von der Georg-August-Universität Göttingen liefert fundierte Expertinnen-Einsichten – ganz ohne Anlageberatung, dafür mit echtem Mehrwert für alle, die sich für nachhaltige Investments interessieren.


2. Das ist das TEUERSTE Holz aus unseren Wäldern – Forst erklärt

Wie viel kann Holz wirklich wert sein? Dieses Video zeigt, dass Holzprodukte weit über den üblichen Preis für Bauholz hinausgehen können – von Möbeln bis Musikinstrumenten. MAXLUZI demonstriert anschaulich, wie man aus Pappelholz edle Lampenschirme drechselt. Ein spannender Einblick in die Welt hochwertiger Holzprodukte – und ein kleiner Hinweis für alle kreativen Waldliebhaber: Für Drechselarbeiten eignet sich die Pappel nur bedingt, besser greift man auf härteres Holz zurück.


3. 3 Übungen: So hilft WALD gesund zu bleiben – Forst erklärt

Wald tut gut – das ist wissenschaftlich belegt. In Zusammenarbeit mit Waldcoachin Birte Schmetjen von feel wood® stellen wir drei einfache Übungen vor, die den positiven Effekt von Waldbesuchen auf Körper und Geist verstärken. Ideal für alle, die kurze, wirksame Wege suchen, um im Wald abzuschalten und die eigene Aufmerksamkeit zu fokussieren.


4. Vanillekekse aus Erdöl: Können wir die Natur nachbauen? – Forst erklärt

In diesem Video geht es um die Frage: Können Bäume das ersetzen, wofür wir sonst Erdöl nutzen? Dr. Franziska Müller-Langer vom DBFZ erklärt, wie Holz und andere Naturprodukte eine nachhaltige Alternative zu chemischen Rohstoffen sein können. Die Recherchen waren für uns überraschend – ein spannender Blick auf die Möglichkeiten der Natur als Ressource der Zukunft.


Die Videos sind ein praktisches Beispiel dafür, wie Wald-Kommunikation funktionieren kann: wissenschaftlich fundiert und zielgruppenspezifisch aufbereitet.

Praxis-Guide für Waldkommunikator:innen erschienen

Wie kann Kommunikation über den Wald unterschiedliche Menschen wirklich erreichen?
Diese Frage stand im Zentrum des OPTKOM-Projekts. Nun liegen die Ergebnisse in gebündelter Form vor: Der neue Praxis-Guide für Waldkommunikator:innen: Kommunikationsempfehlungen für Sinus-Milieus ist veröffentlicht!

Der Praxis-Guide zeigt, wie vielfältig die gesellschaftlichen Vorstellungen, Werte und Informationsbedürfnisse rund um den Wald sind – und wie Kommunikation dieser Vielfalt gerecht werden kann. Auf Basis der Sinus-Milieus werden unterschiedliche Zielgruppen beschrieben, ihre Kommunikationsstile analysiert und praxisnahe Do’s & Don’ts für eine wirkungsvolle Ansprache vorgestellt.

Der Praxis-Guide richtet sich an alle, die beruflich oder ehrenamtlich über Wald, Forstwirtschaft, Nachhaltigkeit oder Naturschutz kommunizieren – von Forstverwaltungen und Verbänden über NGOs bis hin zu Bildungseinrichtungen und Medienprofis.

📘 Praxis-Guide für Waldkommunikator:innen – hier als PDF-Download verfügbar!
Ein praktischer Leitfaden für alle, die Waldkommunikation vielfältig, reflektiert und zukunftsorientiert gestalten möchten.

Forschung trifft Praxis: Interaktive OPTKOM-Workshops bringen Forst- und Medienwelt zusammen

Wie gelingt zielgruppenoptimierte Kommunikation über den Wald? Im Rahmen des OPTKOM-Projekts haben wir uns genau dieser Frage gestellt – und statt einer klassischen Abschlusskonferenz zwei interaktive Workshops organisiert. In diesen stellten wir nicht nur unsere Forschungsergebnisse vor, sondern brachten Expert:innen aus verschiedenen Bereichen zusammen.

Am 23. September und 25. Oktober 2025 fanden zwei interaktive Stakeholder-Workshops in Freiburg und Tharandt bei Dresden statt. Unter dem Motto „Forst trifft Medienprofis“ kamen je Workshop rund 40 Teilnehmende aus Forstverwaltung, Forschung, Naturschutz, NGOs, waldpädagogischen Initiativen und Verbänden zusammen – gemeinsam mit Medienprofis aus PR, Marketing und Social Media.

Nach einem gemeinsamen Einstieg und einer kompakten Präsentation der zentralen Forschungsergebnisse des Projekts diskutierten die Teilnehmenden in einem World-Café die vier praxisrelevanten Kernbotschaften von OPTKOM:

  1. Zielgruppenorientierung ist entscheidend.
  2. Emotion und Authentizität wirken universell.
  3. Der richtige Kanal für den richtigen Zweck.
  4. Zielgruppen sind dynamisch.

In einer anschließenden Selbstreflexion analysierten die Teilnehmenden ihre eigenen Kommunikationsaufgaben und -herausforderungen im Arbeitsalltag. Dabei wurde deutlich: Kommunikation im Waldkontext ist vielfältig – sie reicht von Fachdialogen bis zur breiten Öffentlichkeitsarbeit und ist geprägt von Themen wie Klimawandel, Nutzungskonflikten oder gesellschaftlichen Erwartungen an den Wald.

Am Nachmittag übernahmen die eingeladenen Medienprofis das Ruder. In kurzen Inputs stellten sie sich und ihre Arbeit vor, zeigten Best-Practice-Beispiele aus der Medienwelt und brachten wertvolle externe Perspektiven in die forstliche Kommunikationspraxis ein. Anschließend wurde in themenspezifischen Workshops gemeinsam diskutiert, wie erfolgreiche Medienarbeit gelingen kann.

In Freiburg standen Themen wie Branding einer Organisation, Umgang mit Polarisierung und Kommunikation mit knappen Ressourcen im Fokus.
In Tharandt drehten sich die Kleingruppen-Workshops um Konfliktthemen und Social Media, schwierige Zielgruppen erreichen sowie gutes Storytelling.

Zum Abschluss des Tages hielten die Teilnehmenden ihre wichtigsten Take-Home-Messages fest – persönliche Erkenntnisse und Ideen, wie die Impulse aus Forschung und Praxis im eigenen Arbeitsumfeld weiterwirken können.

Die Resonanz war durchweg positiv: Viele Teilnehmende schätzten das interaktive Format, die praxisnahen Diskussionen und den inspirierenden Austausch zwischen Forst- und Medienwelt.
Damit wurde deutlich, was das OPTKOM-Projekt zeigen wollte: Kommunikation ist ein Schlüssel, um Brücken zwischen Wald, Wissenschaft und Gesellschaft zu bauen – und sie kann gelingen, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

Wir testen unsere Forschungsergebnisse mit der Medienagentur Forst erklärt

Forst erklärt ist eine Agentur, die auf intelligente und humorvolle Weise über den Wald spricht. Aus dem Studio heraus erklären sie abstraktes oder sind im Wald und geben Einblicke in die Praxis. Mit ihrem Instagram und YouTube Account erreichen Sie Tausende Menschen. Wir vom Projekt-OptKom haben Kommunikationsstrategien entwickelt, die für eine ganz spezifische Zielgruppe zugeschnitten sind, „die Performer“ und haben in Zusammenarbeit mit Forst erklärt Videos erstellt. Fühlt ihr euch angesprochen?

Hier geht´s zum YouTube Account von Forst erklärt: https://www.youtube.com/@Forsterklaert

Je nachdem welchem Milieu man angehört, konsumiert man unterschiedliche Medien. Die Performer, wie auch andere Milieus nutzen YouTube. Je nachdem, wie das Video aufbereitet ist, also, ob es schnelllebig wirkt, wie gesprochen wird, was die Sprechenden anhaben, oder wie argumentiert wird, spricht es einen an oder nicht. So wird aus „Wald schützen heißt Verantwortung zeigen,“ „Waldschutz ist Investition in Zukunft und Innovation“. Besonders wichtig für jedes Milieu ist es, die persönliche Relevanz zu betonen.

Forstpolitiktreffen in der Sächsischen Schweiz

Vom 1. bis 4. April 2025 fand das Forstpolitiktreffen in der wunderschönen Umgebung der Sächsischen Schweiz statt. Auf der Tagung kommen im zweijährigen Rhythmus ForstwissenschaftlerInnen aus dem deutschsprachigen Raum zusammen, um Forschungsergebnisse vorzustellen, neue Ideen zu entwicklen und sich zu vernetzen. Das Optkom-Team war natürlich auch dabei und in einem Vortrag wurden aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert. Vielen Dank für die wunderbare Organisation an die Forstfakultät der TU Dresden. Wir haben uns sehr gefreut, dabei zu sein.

Terra X auf Instagram zum Thema Wald und Bäume

Terra X, das bekannte Dokumentations- und Bildungsformat des ZDF, veröffentlicht auf seinem Instagram-Account regelmäßig informative Inhalte zum Thema Wald und Bäume. Die Posts klären über ökologische Themen auf, die vielseitige Bedeutung von Wäldern sowie aktuelle, waldbezogene Herausforderungen auf.

Veranschaulicht werden die wissenswerten Fakten anhand von ansprechenden Naturphotographien oder auch Videos, die mit kurzen, informativen Textpassagen versehen werden. Auch in den Captions, die die Posts begleiten, werden die Follower:innen mit wald- und baumbezogenen Informationen versorgt.

Die Posts greifen verschiedene Themen (z.B. biologische Funktionsweise der Wasserspeicherung in Bäumen, tropische Regenwälder, Zustand des deutschen Waldes, Stadtbäume) auf und stellen diese visuell und auditiv ansprechend dar, während Informationen vermittelt werden.

Neue im OPTKOM-Projekt entstandene Publikation

Im Rahmen des OPTKOM-Projekts werden zwei Doktorarbeiten geschrieben – das heißt, dass wir die im Projekt erhobenen Daten auch für unsere Forschung und wissenschaftliche Veröffentlichungen nutzen.

Vor kurzem ist ein Artikel zum Thema zielgruppenspezifische Kommunikation über Forst- und Waldthemen im Journal „Forest Policy & Economics“ erschienen. Hier geht es zum Artikel – der Volltext ist als Gratis Download verfügbar.

Research Highlights

  • Es gibt kein Patentrezept für eine wirksame Forst-Kommunikation.
  • Kommunikation ist wahrscheinlich dann wirksam, wenn sie den Bedürfnissen und Anforderungen einer bestimmten Zielgruppe entspricht.
  • Damit ein Kommunikationseffekt eintreten kann, müssen die Informationen vom Ziel-Publikum ausgewählt, verstanden und akzeptiert werden.
  • Es wird ein analytischer Rahmen entwickelt, der Auswahl, Verständnis und Akzeptanz operationalisiert.
  • Es werden Vorlagen für eine effektive Kommunikation für jedes Sinus-Milieu der deutschen Bevölkerung bereitgestellt.

Eine Naturführerin über den Wald: der Instagram Account @geheimniswald

Auf ihrem Instagram Account @geheimniswald teilt Christine Hasper Beiträge rund um das Thema Wald. Sie ist Naturführerin und verfolgt mit ihrem Account das Ziel, über ökologische Zusammenhänge im Wald aufzuklären und bei ihren Follower:innen Verständnis für waldbezogene Themen zu schaffen.

Auszug aus dem Instagram-Feed von @geheimniswald, https://www.instagram.com/geheimniswald

Beim Scrollen durch ihre Posts begegnen einem Fotos und Videos, die sie selbst im Wald aufnimmt und die mit kurzen, informativen Captions versehen sind. In ihren Beiträgen berichtet Christina Hasper bspw. von der Widerstandsfähigkeit von Eichen, teilt Fakten zur waldbaulichen Geschichte der Lüneburger Heide oder klärt über die Ökologie verschiedener Baumarten auf und teilt ihre Meinung zu kontroversen Themen. Zudem thematisiert sie die positiven Auswirkungen von Wäldern auf die menschliche Gesundheit. So lädt sie ihre Follower:innen immer wieder dazu ein, Zeit im Wald zu verbringen, spricht über ihre Erfahrungen mit dem Barfußlaufen oder informiert über pflanzliche Wirkstoffe.

Doku: Wald der Zukunft – Zukunft des Waldes (hr, 2024)

In der Doku des Hessischen Rundfunks „Wald der Zukunft – Zukunft des Waldes“ gehen Oliver Schmid und Birgit Sommer den aktuellen, klimabedingten Herausforderungen im Hessischen Wald auf den Grund und unterhalten sich mit verschiedenen Expert:innen über Lösungsansätze, um gegen das Waldsterben anzugehen. Im Fokus stehen die folgenden Fragen: Wie mit den klimabedingten Herausforderungen umgehen und wie den Wald in Zukunft bewirtschaften?

Die Doku klärt umfangreich über ökologische Zusammenhänge und die aktuellen Herausforderungen im Hessischen Wald auf, die von zunehmenden Temperaturen, abnehmendem Niederschlag, bis hin zu folgenreichen Sturmschäden und Schädlingen reichen. Unterschiedliche Expert:innen, wie bspw. Henning Mesenburg oder auch das Ehepaar Regenbogen-Backhaus, werden begleitet und nach Ursachen sowie Lösungsmöglichkeiten befragt. Welche Baumarten leiden in welcher Weise unter den klimatischen Veränderungen? Welche Baumarten sind Hoffnungsträger? Wie viel kosten die klimabedingten Störungen und wie kann die Klimafunktion des Waldes erhalten bleiben?

Diesen Fragen geht die Doku auf den Grund. Die Interviews und Gespräche zu diesen Themen werden begleitet von Waldklängen, musikalischer Untermalung und Videoaufnahmen aus dem Hessischen Wald.

Eindrücke vom FNR-Statustreffen

Am 26. und 27. November 2024 kamen in Göttingen alle Projekte, die von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), einem Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zum Thema Kommunikation und Wald gefördert werden, zusammen.

Die meisten Projekte sind Ende 2022 oder Anfang 2023 gestartet. In den etwa 2 Jahren ist viel passiert und interessante Ergebnisse wurden geteilt. Auch das Optkom-Projekt stellte einen Einblick in die Forschung und den Projektfortschritt vor. Große Überschneidungen gibt es mit dem Projektteam KommZuSinus aus Göttingen, das basierend auf Sinus Milieu-Einteilungen Kommunikationsstrategien zur Waldbesitzendenansprache entwickelt. Aber auch mit anderen Projekten besteht die Möglichkeit, sich zu ergänzen und gemeinsam weiterzuarbeiten.

Das Statustreffen war sehr erfolgreich und wir freuen uns auf ein weiteres Abschlusstreffen, zu dem finale Ergebnisse präsentiert werden.