Im Jahr 2023 haben wir im Projekt Optkom gemeinsam mit dem Sinus Institut eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage durchgeführt. In dieser Umfrage ging es u.a. um die Beziehung zum Wald und Einstellungen zum Thema Waldwirtschaft und Waldnaturschutz. Außerdem haben wir Kommunikationspräferenzen abgefragt: Welche Kanäle werden bevorzugt? Welche Sender sind glaubwürdig? Welche Wald-Themen sind interessant? Dank der Kooperation mit dem Sinus Institut konnten die Ergebnisse den jeweiligen Sinus Milieus zugeordnet werden.
Einige Survey-Fragen wurden nun neu grafisch aufbearbeitet und in der Online-Mediathek des Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) veröffentlicht. Die FNR ist Projektträgerin des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), mit wessen Mitteln das Projekt Optkom finanziert wird.
Die folgenden Grafiken wurden gelten für die deutsche Gesamtbevölkerung und sind nicht in Milieus unterteilt. Über diesen Link geht es zur FNR Mediathek mit weiteren Grafiken und Daten-Visualisierungen.
Häufigkeit der Waldbesuche
Über die Hälfte der Befragten (55%) gab an, 1 bis 4 Mal die Woche oder 1 bis 3 Mal im Monat in den Wald zu gehen. 6% gaben an, täglich oder fast jeden Tag im Wald zu sein. 39% der Befragten sind seltener als einmal im Monat oder nie im Wald. Die Ergebnisse zeigen: Für insgesamt 61% spielt der Wald eine wichtige Rolle. Das ist die deutliche Mehrheit. Allerdings spielt für über ein Viertel der Befragten der Waldbesuch keine große Rolle. Die Gründe dafür können vielfältig sein und wurden in der Umfrage nicht erfasst.

Unternehmungen im Wald
Eine weitere Frage drehte sich um die Gründe für den Waldbesuch. Welche Unternehmungen und Aktivitäten führen Menschen im Wald durch? Ganz vorne liegt: Spazieren gehen, dicht gefolgt vom Wandern. 35% gaben an, die Natur im Wald zu beobachten und 20% führen naturverbundene Aktivitäten wie Pilze sammeln durch. Sportliche Aktivitäten wurden ebenfalls genannt: 22% der Befragten gehen zum Radfahren oder Mountainbiken in den Wald und 16% zum Joggen. Auch soziale Aktivitäten spielen für einige eine Rolle (17%). Nur sehr wenige (3%) gaben an, im Wald Waldpflege oder Waldarbeit zu betreiben.

Glaubwürdiger Einsatz für den Wald
In einer weiteren Frage ging es um den glaubwürdigen Einsatz für das Wohlergehen des Waldes. Wer setzt sich wirklich für den Wald ein – Förster:innen, Politiker:innen, Unternehmen, die Wissenschaft, Umweltschutzorganisationen – oder ganz andere? Die Mehrheit der Deutschen (60%) glaubt, das Forstamt und lokale Forstleute sind wirklich am Wohlergehen des Waldes interessiert und setzen sich dafür ein. An zweiter Stelle stehen verschiedene Umweltschutzorganisationen (je nach Art der Organisation 26-43%). Diese sind gefolgt von Forschungsinstituten und Universitäten mit 25%. Diese Zahl ist eher gering – nur ein Viertel glaubt, dass die Forschung sich wirklich für das Wohlergehen des Waldes einsetzt! 13% der Befragten glauben, dass sich Zertifizierungssiegel wie FSC und PEFC wirklich für das Wohlergehen des Waldes einsetzen. Ziemlich schlecht schneidet ebenfalls die Politik ab. Nur wenige glauben, dass sich Ministerien und deren zugehörige Institutionen (7%), die Bundesregierung (6%), politisch tätige Personen oder Parteien (2%) oder die EU (6%) wirklich für das Wohlergehen des Waldes einsetzen. Auch Infuencer:innen auf Social Media scheinen nicht besonders glaubwürdig in ihrem Einsatz für den Wald – nur 2% geben an, Influencer:innen würden sich wirklich für das Wohlergehen des Waldes einsetzen.
